Elisabeth v. Samsonow

Warum ich im Hades eine Schattenschneiderei eingerichtet habe

 

Über Schatten DER SCHATTEN umbra umbrella kleiner Schatten
adumbratio lat. = Darstellung (die Ausstattung mit Schatten)
der Schatten ist ANZEIGER (Index) eines wirklich anwesenden Festkörpers

ontologisch gehört der Schatten zur Gattung der Simulakren=Schein- oder Trugbilder
simulacra lat. = die, die so tun, als wären sie
Spiegelbilder, Wasseroberflächenbilder oder -reflexionen, Schimmelbilder, Dampf- oder Wolkengebilde, Rauchfiguren, Lichtprojektionen, Halos, Photographien, Filmbilder, Bildschirmbilder

die zeitgenössische Kunst bevorzugt SIMULAKREN

 

um das verstehen, wird logisch, historisch und technisch die GENEALOGIE der darstellenden Gegenstände in meiner Kunst wieder aufgerollt:

erstens war
DIE SKULPTUR voll rund grobstofflich körperlich repräsentierend

zweitens war
DAS BILD das Wandbild das Tafelbild flach stofflich-imaginär entkörpernd repräsentierend-nicht repräsentierend

drittens war DAS SIMULACRUM das Schattenbild Projektion Videobild virtuelles Bild Simulakrum
superflach feinsttofflich nicht-körperlich anti-Repräsentationistisch halluzinatorisch

Diese verzweigte Geschichte der Privilegierung der Simulacren hat den urspünglichen ZUSAMMENHANG zwischen FESTKÖRPER und SCHATTEN
verdunkelt und aufgeweicht

 

um das zu verstehen, wird logisch, historisch und technisch die GENEALOGIE der darstellenden Gegenstände in meiner Kunst wieder umgekehrt
und zunächst werden
ANFANG und ENDE der Kunst kurzschlussartig miteinander verbunden:

HERAUS KOMMT DIE WIEDERAUFERSTEHUNG
(RENAISSANCE)
DER SKULPTUR

Dazu wird
ERSTENS
der SCHATTEN neu erfunden
ALS SEINE ZUNEHMENDE VERGEGENSTÄNDLICHUNG
nach der PROJEKTION die MANIFESTATION

der genähte Schatten, der STOFFSCHATTEN
der verstofflichte Schatten

Der sich VERSTOFFLICHENDE Schatten führt zum FESTKÖRPER,
dem er gehört,
zum wirklichen GEGENSTAND, zur SKULPTUR

Der sich VERSTOFFLICHENDE Schatten,
VERGEGENSTÄNDLICHT=NATURALISIERT, VEGETABILISIERT in Fäden, Fasern, Fibern, Textur
weist zurück auf den PRIMÄREN PROJEKTIONSAPPARAT,
den RUNDHOLZ STAMM

 

HOLZ FARBE STOFF

Erstens HOLZ
Stoffwechselgedächtnis
zwischen Himmel und Erde (senkrecht)
vertikale IMMOBILE BIOMASSE
informatische vitale Architektur
Vertikal-DOUBLE
vertikale Biomasse vertritt vertikale Biomasse
HOLZSKULPTUR (das ERSTE der KUNST)
vergegenwärtigt Abwesendes und Anwesendes (verdoppelt)
ZWILLING oder KLON des Künstlers/der Künstlerin
BIOTECHNISCHES EXPERIMENT
BIO PLASTIK
Xyloplastik: Organisation von BIOMASSE im RAUM

Zweitens FARBE
VERMITTLUNG zwischen HOLZ und SCHATTEN
Farbe: Nicht-Körper Nicht-Idee
FARBEWERDEN des Schattens
FARBEWERDEN des Holzes

Primärer Projektionsapparat FARBIG (Rundholzstamm Skulptur)
Projiziert FARBIGEN SCHATTEN /
FARBIGER SCHATTEN heftet sich an den
Primären Projektionsapparat:

SKULPTUR UND SCHATTEN
MITEINANDER BEFREUNDET

STOFF
FASERN flache Organisation
SOFT, nicht-rigide, liegt/fällt
Organisch-technische Komplexität
BIOFIBER
Pflanzenstämmchen Rundhölzchen Kleinbäumchen Baumwolle Jute
Statt Skulptur COUTURE

BEMALTE BIOPLASTIK
MUTTER DER KUNST
Sendet STOFF-SCHATTEN aus
Verstofflichte Schatten als GNOMOI (Sonnenuhrzeiger)
der BIOPLASTIK

 

SCHATTEN
geht über in die

VERSTOFFLICHUNG DES SCHATTENS
geht über in die

FARBE Farbigkeit des STOFFSCHATTENS
geht über in die

FARBE des Festkörpers
geht über in die

vertikale BIOMASSE (Skulptur) / die vertikale BIOMASSE (Mensch) vertritt:
primärer Projektionsapparat
geht über in den
... s.o.

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