Elisabeth von Samsonow
Animation der Statue der Gerburg Treusch-Dieter nach dem Ägyptischen Mundöffnungsritual
Datum: 2. September 2011
Zeit: 17 Uhr
Ort: Galerie Jünger, Baden bei Wien, Pfarrgasse 1
Xylosophie. Das Leben einer abwesenden Denkerin
Gerburg Treusch-Dieters wichtigstes Werk trägt den Untertitel »Die Totenbraut«. Elisabeth von Samsonow erweist ihrer 2006 verstorbenen Kollegin in der Galerie Jünger die Ehre, indem sie die zu ihrer Erinnerung geschaffene Statue auf der Textgrundlage des ägyptischen Mundöffnungsritual animiert. Die Kunstaktion macht anschaulich, wie innig die Plastik als Kunstform mit dem Totenkult verbunden ist und weshalb die Ägypter dessen Meister waren.
Die Animierung bildete einen Akt der Heroisierung des Porträtierten (welcher ehedem der Pharao gewesen war). Elisabeth von Samsonow lotet in ihrer zeitgenössischen Theatralisierung des Rituals die Möglichkeiten zwischen performance und Skulptur aus.
»Jetzt spannt Hades vor den goldenen Wagen die unsterblichen Rosse: Persephone-Kore steigt ein. Hermes ergreift die Zügel und Geissel. Das Gefährt durchschneidet die Tiefe der Luft und hält vor dem Tempel, in dem Demeter sitzt. Die aber schwingt sich, die Tochter erblickend, wie eine Mänade durch das Dickicht des Waldes, Persephone ihrerseits sprang, zu laufen. Sie umarmten sich.« – Gerburg Treusch-Dieter: »Die Heilige Hochzeit. Studien zur Totenbraut«, 2. Aufl., Pfaffenweiler 2001.
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